by Joerg Schmitt, Sonic Soul

Jean Baylor: Vormals ein Teil von Zhané, einem der besseren R&B Projekte der 90er. Jetzt der ruhig-besonnene Teil im Baylor-Verbund. Marcus Baylor: 10 Jahre der Rhythmus-Geber der Yellowjackets, mit allen Jazz-Wassern gewaschen. Jetzt der Muntermacher beiden Baylors, mit dem Hang zum Bedienen des Mobilfons während frohgemuter Touren im Automobil. Beide gemeinsam seit 2010. Jazz, Soul, Lieder zum Fest und zum Glauben. Die Jean mit zwei eigenen Album, Marcus immer dabei – gemeinsam dann mittels „More In Love“ Single, einer stets vorbildlich daherkommenden Soul-Jazz Midtempo Freude. Und nun „The Journey“. Vorläufiger Endpunkt und Zusammenfassung einer musikalischen Reise und gleichzeitig ein neuer Aufbruch. Elegante Erscheinung, vielfältiges Programm. Die Eheleute, beide übrigens mit einem pastoralen Elternhaus gesegnet, begeben sich auf eine weitläufige Reise zwischen Gospel. Jazz, Blues und Soul. Ein kraftvoller Start auf der „Block Party“, deren treibender Rhythmus auf Händen getragen wird und sich von schwerer Orgel und Trompetenklang nicht aufhalten lässt. Die Party-Gäste sorgen zudem für ausgelassene Stimmung – eine 8-Minuten Dampf-Maschine. Zeit für Ruhe – Zeit für Jazz-Soul-Gospel mit traditionellem Background („Great Is Thy Faithfulness“) und einer überlegen-eleganten Version von Herbie Hancocks „Tell Me A Story“, die vom reinen Ton der Frau Baylor getragen wird. Dann geht es auf und ab – lyrische Passagen werden von ungezwungenen Jazz umgeweht, der sich oft auf Piano, dem großen Bass, diversen Horn-Einlagen und das umtriebige Schlagzeug-Spiel verlässt. Eine Tour, bei der selbst die Begegnung mit Gassenhauern von der Statur von Gershwins „Summertime“ freudig registriert wird. Das Paar selbst nennt es „Feel Good Music“ – da schließen wir uns mal ungefragt an und fügen noch den Zusatz „…aber mit Anpruch“ hinzu.

Wertung: 8,5/10
Info: www.thebaylorproject.com
Kaufen: itunes

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